… aber es hört einfach nicht auf.
Habe gestern Abend Opa im Krankenhaus besucht. Er war wirklich schwach und teilweise auch ein bisschen verwirrt. Wir wussten bzw. wurden darüber informiert, dass das mögliche Nebenwirkungen der Bestrahlungen sein können. Das wird auch irgendwann wieder verschwinden bzw. allmählich nachlassen.
Das ist aber nicht das, was mich gestern so fertig gemacht hat.
Als ich kam lag Opa im Bett (so viel kann man da ja auch nicht tun). Er wollte auch nicht mehr mit dem Rollstuhl raus, deswegen habe ich mich zu ihm ans Bett gesetzt und wir haben uns unterhalten. Das war wirklich schwierig. Opa hatte seine Hörgeräte rausgenommen. Ich vermute mal, dass lag vor allem an seinem Zimmernachbarn. Der Mann ist komisch. Hat mich mehrmal “angefahren” ich solle ihm doch mal aus dem Bett helfen bzw. ihn auf die Toilette setzen. Eine Krankenschwester erklärte mir dann, dass er das wirklich alleine könne, er aber einfach gerne Leute durch die Gegend jagt (ich hatte vermutet, dass er geistig verwirrt ist, aber dem ist wohl nicht so).
Irgendwann meinte Opa dann er wolle ein bisschen schlafen. Er bat mich aber, dass ich erst gehe, wenn er eingeschlafen ist… Das hat mich umgehauen. Nicht, weil ich ihm diesen Wunsch nicht erfüllen wollte, sondern weil ich nie erwartet hätte, dass er mal so etwas zu mir sagt. Ich erinner mich noch an meine Kindheit und das Opa oft bei mir bleiben musste, bis ich eingeschlafen war (wenn ich mal bei ihnen übernachtet habe). Das es jemals in meinem Leben umgekehrt sein sollte, darauf war und bin ich einfach nicht gefasst.
Ich bin dann noch lange an Opas Bett gesessen. Er hat anfangs sehr unruhig geschlafen und viele komische Bewegungen gemacht. Ich vermute mal, dass er geträumt hat. Er hat sich im Schlaf ständig ins Gesicht gefasst und an die Beine und komisch gestöhnt. Ich kenne mich in dem Gebiet ja nicht aus, aber es hatte für mich den Eindruck, als hätte er vom Krieg geträumt. Dort wurde er schwer verletzt, u.a. im Gesicht.
Er hat sich auch einmal im Bett ein wenig aufgerichtet (ebenfalls im Schlaf) und hat die Arme ausgestreckt. Es sah fast so aus, als ob er jemanden in den Arm nehmen wollte. In dem Moment sind mir wirklich die Tränen gelaufen.
Ich bin dann erst gegangen, als Opa ruhiger wurde und er zu Schnarchen anfing (manche Dinge ändern sich halt nicht – Gott sei Dank) und ich wusste oder vermutete, dass er ruhiger und tiefer schläft.
Liebe Grüße
Sommerschwester























