Verfasst von: sommerschwester | Februar 24, 2009

Kopfschütteln

Also ich bin ja – zumindest glaube ich das mal – eigentlich ein ganz arg toleranter Mensch und lasse jeden leben wie er mag (so lange dabei niemand zu Schaden kommt). Aber – ja, es gibt immer ein aber – manches verstehe ich einfach nicht.

Es geht – wie so oft in letzter Zeit – um unsere kirchliche Hochzeit und um mein Lieblingsforum.

Dort wird sehr häufig nach Dingen rund um die kirchliche Hochzeit gefragt, ist ja auch so gedacht. Erfahrene Bräute und Ex-Bräute (oder sonst einfach Menschen die Ideen haben respektive was zum Thema beitragen können) geben Tipps und erzählen einfach wie es bei ihnen so war.

Aber immer häufiger (und mir kommt es so vor, als würde es immer mehr werden) kommen dann z.B. Fragen, ob man in der Kirch kirchl. Lieder singen müsste oder z.B. ob der Trauspruch unbedingt aus der Bibel kommen muss. Ich frage mich dann immer, warum man in einer Kirche heiraten möchte, auf den Segen Gottes Wert legt, wenn man doch sonst mit dem Glauben und der Kirche nichts anfangen kann. Warum? Ich sage ja nicht, dass man die Institution Kirche uneingeschränkt unterstützen muss um kirchl. heiraten zu können/dürfen, aber wenn man alles „christliche“ so stringent ablehnt, dann kommen bei mir Zweifel auf. Besonders „begeistert“ (Vorsicht! Ironie!) bin ich ja, wenn sich dann noch jemand darüber beschwert, dass z.B. der Pfarrer auf kirchl. Lieder besteht oder auf einen Trauspruch aus der Bibel. Da könnt ich wirklich nur den Kopf schütteln.

Ich heirate kirchlich, weil es mir wichtig ist. Nicht das Kleid (das könnte ich auch z.B. zu einer freien Trauung tragen), nicht das Fest (auch das könnte ich anders haben), nicht der viele Schnick-Schnack (auch das würde ich ohne Kirche haben können). Nein, mir ist der Segen Gottes wichtig. Der Zuspruch, dass da jemand sein wird, der unsere Ehe stützt, der unser Fundament stärkt. Der Glaube daran, dass Gott uns auch in schwierigen Zeiten beisteht, dass er uns nicht verlässt wenns hart auf hart kommt, macht mich stark und gibt mir Zuversicht auch dann an mir/an uns zu arbeiten, wenn ich vielleicht mal keinen Ausweg sehe.

Ich gönne jeder/jedem ihr/sein großes Fest mit der Familie und Freunden. Ich gönne jedem einen wunderschönen Tag mit allem drum und dran. Aber wie kann man etwas in diesem Fall wollen, was man sonst vielleicht ablehnt oder gleichgültig gegenüber steht? Vor allem, weil man für ein tolles Fest und ein weißes Kleid nun wirklich keine kirchl. Hochzeit braucht.

Dafür fehlt mir die Vorstellungskraft und eigentlich auch das Verständnis…

 

Kopfschüttelnde Grüße

Sommerschwester

 

PS: Das soll hier kein Plädoyer für die Kirche sein und auch nicht für den Glauben. Jeder kann tun und lassen was er will. Aber dann doch lieber konsequent, oder?


Antworten

  1. Liebe Sommerschwester:

    DANKE!

    Genau das denke ich schon seit geraumer Zeit! Und ich bin eine, die gerade aus den von Dir genannten Gründen NICHT kirchlich geheiratet hat – und trotzdem ein schönes Fest und ein weißes Kleid hatte ;-)

  2. Ach, du sprichst mir aus der Seele.

    Der „Gipfel“ ist für mich dann noch, wenn verlangt wird, kirchlich getraut zu werden, ohne in der Kirche zu sein. Da frag ich mich auch: warum? Diese Diskussion hatte ich ja unlängst mal „drüben“ aufgerollt aber so richtige Antworten hab ich darauf auch nicht bekommen.

    Ich hätte Oli übrigens gern noch mal kirchlich geheiratet – dann aber ohne „TamTam“ :-) aber ich darf ja leider nicht mehr….

    Trotzdem weiterhin viel Spaß bei deinen Vorbereitungen!


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